Was sind gute Weine und wie finden wir sie?

Über Geschmack lässt sich streiten. Entgegen der landläufigen Meinung mit guten Gründen. Argumente gibt es genügend. Um die schlechtesten gleich vorwegzunehmen: hohe Preise oder die Berühmtheit eines Winzers begründen noch keine Qualität. Auch der umgekehrte Weg bietet wenig Garantie für guten Wein. Für uns muß ein Wein authentisch sein, d.h. ganz einfach er muß von seiner Herkunft geprägt sein: von der Rebsorte und vom "terroir" (so fasst der frz. Fachbegriff Rebberg, Klima, Boden zusammen). Und er kann auch die spezifische „Handschrift“ des Winzers beim Ausbau des Weines verraten. Charakterlose, neutrale Weine schmecken vielleicht gar nicht schlecht (wie auch?), aber sie sind nach unserer Auffassung auch nicht gut, für uns jedenfalls nicht gut genug.

Die Harmonie eines Weines ist ein weiteres Kriterium für Qualität. Die Säure (beim Rotwein auch der Gerbstoff), die Frucht, die Aromen, der Körper, der Alkohol und evtl. die Süße eines Weines müssen im richtigen Verhältnis zu einander ausbalanciert sein. Das muß nicht immer perfekt sein. Beim Wein, wie in einem schönen Gesicht, kann eine kleine "Unebenheit" gerade den Reiz der Schönheit ausmachen. Schließlich meinen wir, daß der Begriff "gut" auch ein relativer Begriff zum Preis bleiben muß. Ein Wein unter 5 € kann gut sein und ein Wein über 20 €. Doch müssen wir unterschiedliche Anforderungen an sie stellen.

Um gute Weine zu finden reisen wir nach Übersee ebenso wie in alle europäischen Weinbaubereiche. Nicht selten werden Weingüter und ihre Weine über Jahre „beobachtet“. Und selbstverständlich durchlaufen die Weine in professionellen Vergleichsproben in unserem Haus strengen Prüfungen. Schließlich erlaubt ein Jahrzehntelanger Erfolg auch jenes intuitive Urteil über Winzer und Weine, das nicht selten auch der spontane Beginn einer Jahrzehnte langen Freundschaft war.