Glossar

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Anreichern   ein gern verschwiegenes Kapitel der Kellerkunst. Deshalb löst es beim Weintrinker nicht nur Unbehagen aus, sondern auch Mißverständnisse, wie z.B. die Süße im Wein käme vom "zuckern" (s. Restsüße). Was der Kellermeister als Anreicherung bezeichnet, findet grundsätzlich nur im Herbst statt. Wenn die Traube zu wenig Zucker gespeichert hat, wird dem noch unvergorenen Most Zucker in einer gesetzlich begrenzten Menge zugesetzt. Dieser Zucker wird dann mitvergoren, sodaß die Anreicherung im Ergebnis eine Erhöhung des Alkohols bewirkt. In Deutschland darf dies nur in den Qualitätsstufen von Tafelwein bis Qualitätswein geschehen. Ab Kabinett aufwärts sind die Weine grundsätzlich nicht angereichert. Aus diesem Grund sind Kabinettweine in der Regel die leichtesten Weine im Alkoholgehalt. In anderen Ländern wird keineswegs weniger "chaptalisiert" (so die Franzosen). Der feine Unterschied: Nur auf dem deutschen (und österreichischen) Etikett kann man aus der Qualitätsstufe auch ersehen, ob er angereichert wurde oder nicht.
 
Aroma   unter diesem Begriff versteht man allgemein den Geruch eines Weines; ganz genau wird das Traubenaroma als Primäraroma, das Gär- und Faßausbauaroma als Sekundäraroma und das Flaschenlagerungsaroma als Tertiäraroma bezeichnet. s. Aromarad
 
Aromarad   graphische Anordnung der Aromen im Wein zu einem Kreis, deren Sektoren nach Aromentypen geordnet sind (z. B. florale Aromen, Fruchtaromen etc.).

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Barrique   kleines Eichenfaß mit 225 l Inhalt; der große Vorteil bei dem kleinen Holzfaß ist die kontrollierbare Zufuhr von Sauerstoff, welche von Experten als Feinoxidation bezeichnet wird. Der Wein vollzieht durch diesen oxidativen Ausbau schon eine Reifung im Faß und später seine Verfeinerung auf der Flasche. Außer der Reifung sind es vor allem die Gerbstoffe und die typischen Aromen (Aroma z. B. Vanille), die den Wein geschmacklich beeinflussen. Der Gerbstoff kann zur Stabilisierung des Weines, aber auch zur Harmonisierung der schon vorhandenen Gerbstoffe beitragen. Von Bedeutung ist auch die Herkunft des Eichenholzes, da je nach Feinporigkeit der Eiche der Einfluß unterschiedlich intensiv ist (z. B. amerikanisches Holz oder französisches Holz aus Alliér und Nevers). Die neuen Eichenfässer geben nur die ersten drei Jahre Gerb- und Geschmacksstoffe an den Wein ab, da diese dann weitgehend ausgelaugt sind. Deshalb wird der Faßbestand oft jährlich um 1/3 erneuert.
 
Blanc de Blanc   französischer Ausdruck für ausschließlich von Weißweintrauben bereitetem Weißwein. Echte Bedeutung hat dieser Begriff nur bei Schaumwein, da hier oft dunkle Trauben vorherrschen (Blanc de Noirs).
 
Botrytis cinerea   als Edelfäule (franz. pourriture noble) die willkommene Form der Traubenfäule; sie entsteht, wenn der Schimmelpilz Botrytis cinerea reife und unbeschädigte Beeren befällt und so unter geeigneten Wetterbedingungen die langlebigsten süßen Weine der Welt hervorbringt.

als Graufäule wird die schädliche Form der Traubenfäule bezeichnet, es handelt sich hierbei um eine der schlimmsten Pilzkrankheiten
 
Brut   dieser bei Schaumwein verwendete Begriff besagt, daß keine oder nur eine geringfügige Dosage zum Süßen beigetan wurde. Der Definition nach soll ein als brut bezeichneter Schaumwein weniger als 15 g/l Restzucker enthalten.
 
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Cava   spanischer Schaumwein, hergestellt nach dem traditionellen Champagnerverfahren. Das Wort hat seinen Ursprung in Katalonien und bedeutet "Keller".
 
Chaptalisieren   siehe Anreichern
 
Chianti   großes Gebiet, das von Pisa im Norden bis nach Montalcino im Süden reicht. Es ist in sieben Unterzonen unterteilt, z. B. Chianti Rufina (um Pontassieve), und in den meisten Chianti-Weinen ist die Sangiovesetraube enthalten.
 
Classico    


bezeichnet ein enger umgrenztes DOC-Gebiet in Italien, zu dem auch ein weiteres DOC-Gebiet existiert für die die Bezeichnung Classico nicht erlaubt ist, z. B. Soave - Soave Classico, der Classico stammt aus dem enger umgrenzten Hügelland der Orte Soave und Monteforte.

Der Chianti Classico stammt aus den gesetzlich genau bestimmten Hügeln zwischen Florenz und Siena.
 
Clos   ein als Clos bezeichneter Weinberg ist im allgemeinen mit einer Einfriedung, gewöhnlich einer Mauer, umgeben. Der Begriff ist vor allem im Burgund verbreitet, wird aber auch andernorts - insbesondere im Priorat - benutzt.
 
Cosecha   spanische Bezeichnung für den Jahrgang
 
Crémant   unter diese Bezeichnung (eingeführt Ende 1980) fallen alle Schaumweine Frankreichs, die zwar nach dem Champagnerverfahren hergestellt werden, aber außerhalb der Champagne produziert wurden.
 
Crianza   siehe Crianza
 
Cru Bourgeois   siehe Bordeaux-Klassifikation
 
Cru classé   siehe Bordeaux-Klassifikation
 
Cuvée   bei der Schaumweinherstellung nach dem Champagnerverfahren steht Cuvée für den zuerst ablaufenden feinsten Most. Auch die zur Zweitgärung in der Flasche zusammengestellte Mischung wird als Cuvée bezeichnet.

Im deutschsprachigen Raum wird das Wort Cuvée gern für anspruchsvolle Verschnitte verschiedener Traubensorten verwendet.

 
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Dekantieren   empfehlenswerte Maßnahme, die das Umfüllen von Wein aus einer Flasche in ein Dekantiergefäß beinhaltet.
 
Demi-Sec   entspricht bei Schaumwein einem Restzuckergehalt von 33-50g/l
 
Denominación de Origen (DO)   siehe DO
 
Denominación de Origen calificada (DOCa)   siehe DOCa
 
Denominazione Origine Controllata (DOC)   Denominación de Origen spanisches System der Qualitätskontrolle (siehe A.C.)
 
Denominazione Origine Controllata et Garantia (DOCG)   siehe DOCG
 
Depot   hierbei handelt es sich um Trubstoffe, vorallem von Weinstein und Gerbstoffen (= Verbindungen von Tanninen und Anthocyanen), die sich am Boden der Flasche ansammeln und beim Servieren mit besonderer Sorgfalt behandelt werden. siehe Dekantieren
 
Dry   engl. Trocken
 
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Eiswein   In Deutschland siehe QmP.
In Österreich siehe Prädikatswein.
 
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Federspiel   siehe Wachau
 
Frizzante   perlend, also mit viel weniger Druck als Schaumwein
 
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Gerbstoff   der Gerbstoff spielt vorallem bei Rotweinen eine wichtige Rolle. Während der Maischegärung wird er, wie der Farbstoff, aus der Schale der Traubenbeeren gewonnen. Er ist für den herben Geschmack der Rotweine verantwortlich und die gerbende Wirkung auf die Schleimhäute im Mund. Gerbstoff befindet sich auch in den Kernen der Traubenbeeren und in den Stielen der Traubenrispen. Dieser "grüne Gerbstoff" schmeckt bitterer und aggressiver. Aus diesem Grund geht der Kellermeister beim Entrappen der Trauben und beim Pressen möglichst sanft vor, damit diese grünen Tannine nicht in den Wein gelangen. Der Gerbstoff ist nicht nur für das geschmackliche Rückgrat des Rotweines von Bedeutung, sondern bestimmt ganz wesentlich die Haltbarkeit des Rotweines. Während der Lagerung polymerisieren die Gerbstoffmoleküle, d.h. die kleinen Gerbstoffmoleküle verbinden sich zu größeren Molekülkomplexen. Auf diese Weise werden die Rotweine im Laufe der Jahre sanfter.
 
Gran Reserva   siehe Gran Reserva
 
Grand cru   siehe St. Emilion-Klassifikation
 
Grand cru Classé   siehe St. Emilion-Klassifikation
 
Gärung   bei der Gärung spalten Hefezellen den Zucker im Traubenmost ungefähr zu gleichen Mengenteilen in Alkohol und Kohlendioxid. Je mehr Zuckergehalt der Most hat, desto höher wird der spätere Alkoholgehalt. siehe Restzucker
 
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Halbtrocken   die Restsüße bei Stillwein soll unter 18g/l liegen und höchstens 10g/l höher sein als die Gesamtsäure. Bei Schaumwein siehe Demi-Sec.
 
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Indicazione Geografica Tipica (I.G.T.)   siehe I.G.T.
 
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Kabinett   In Deutschland siehe QmP.
In Österreich siehe Kabinett.
 
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Landwein   In Deutschland siehe Landwein.
In Österreich siehe Landwein.
 
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Maischegärung   während bei der Entstehung des Weißweines nur der reine Saft der weißen Trauben (s. Most) vergärt, läßt der Winzer bei der Vergärung des Rotweines die Schale und das Fleisch der roten Beeren im Saft. Während dieser "Maischegärung" gewinnt er an Farbstoff und den Gerbstoff für den Rotwein aus der Schale der Beeren. In großen Winzerbetrieben wird die Maischegärung ganz oder teilweise durch Erhitzen oder Erwärmen der Maische ersetzt. So gewinnt man den Farbstoff und Gerbstoff schneller und vergärt anschließend wie beim Weißwein nur noch den zurückgekühlten und abgepressten Most.
 
Most   so nennt man den noch unvergorenen Traubensaft direkt nach dem Abpressen der Trauben
 
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Oechsle   ist die Maßeinheit für den Zuckergehalt der Traube bzw. des noch unvergorenen Traubenmostes. Mit der Mostwaage (erfunden vom Mechaniker Ferdinand Oechsle) wird der Gewichtsunterschied gemessen, um wieviel ein Liter Most schwerer ist, als Wasser (bei 20° C). 80° Oechsle heißt also, das 1 l dieses Mostes 1080 g wiegt.
 
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Premier Cru   siehe Burgund-Klassifikation
 
Premier Grand Cru Classé   siehe Burgund-Klassifikation
 
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Qualität   objektive Kriterien für die Einstufung der Qualität eines Weines zu finden, ist gar nicht so einfach. In Frankreich und in Italien werden die Weinberge klassifiziert. So ist die Qualitätsbezeichnung des Weines bereits durch die Herkunft der Traube bestimmt. In der Schweiz und in Übersee verzichtet man ganz auf eine für alle verbindliche Klassifizierung der Weine. In Deutschland und Österreich entscheidet die Reife der Traube und somit der Zuckergehalt des unvergorenen Traubenmostes (siehe Oechsle) über die Qualitätseinstufung des Weines.

Letzten Endes gibt Ihnen jedoch keine Qualitätsbezeichnung wirklich eine Qualitätsgarantie. Aus diesem Grund qualifizieren viele Weinführer und "Weinpäpste" einfach nur noch Weingüter. Das ist gar nicht falsch, setzt aber ein wenig den Glauben an die Unfehlbarkeit des jeweiligen "Papstes" voraus.

Wir empfehlen Ihnen so oft wie möglich selbst zu probieren und zu vergleichen, sich am besten auf Ihre eigene Zunge oder aber auf uns zu verlassen.
 
Qualitätswein   In Deutschland siehe QbA und QmP.
In Österreich siehe Qualitätswein.
 
Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA)   siehe QbA
 
Qualitätswein mit Prädikat (QmP)   siehe QmP
 
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Reserva   siehe Reserva
 
Riserva   siehe Riserva
 
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Sec   franz. Trocken
 
Selection   franz. Auslese, darunter versteht man das Aussortieren gesunder Trauben in guter Qualität, um einen besonders hochwertigen Wein herzustellen.
 
Smaragd   siehe Smaragd
 
Spätlese   In Deutschland siehe QmP.
In Österreich siehe Prädikatswein.
 
Steinfeder   siehe Wachau
 
Superiore   hierunter fallen bestimmte DOC-Weine, deren Mindestalkoholgehalt um 0,5-1% höher sein muß als bei den einfacheren Weinen. Bsp. Soave, Valpolicella
 
Säure   die Gesamtsäure des Weines ist zusammengesetzt aus mehreren Säurearten. Dabei spielen die Weinsäure und die Äpfelsäure die wichtigste Rolle. Die mildere Säure von beiden ist die Weinsäure, die in einem reifen Wein etwa 2/3 ausmacht. Fast den ganzen Rest macht die Äpfelsäure aus, die sich etwas intensiver auf den sauren Geschmack des Weines auswirkt. Eine erhöhte Äpfelsäure kann, wie beim Bodenseewein, für einen besonders rassigen und fruchtigen Geschmack maßgebend sein. In jedem Fall ist eine harmonische Säure nichts Negatives. Im Gegenteil, sie ist nicht nur für die Rasse, die Frische und den "Nerv" des Weißweins ausschlaggebend, sondern garantiert auch für dessen Lebensdauer.
 
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Tafelwein   In Deutschland siehe Tafelwein.
In Österreich siehe Landwein.
 
Trocken   unter diesen Geschmacksbegriff fallen Weine, in denen keine merkliche Süsse wahrzunehmen ist. In Deutschland darf ein trockener Wein höchstens 4g/l Restsüße enthalten bzw. bis zu 9g/l, falls die Gesamtsäure um nicht mehr als 2g/l geringer ist als die Restsüße (z.B. 9g/l Restsüße bei nicht unter 7g/l Gesamtsäure).

Da Kohlensäure den Geschmackseindruck von Süße vermindert, darf ein Schaumwein mit 17-35g/l als trocken (bzw. Secsec, Dry) bezeichnet werden.
 
Trockenbeerenauslese   In Deutschland siehe QmP.
In Österreich siehe Prädikatswein
 
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VDQS   siehe VDQS-Weine
 
Vieilles Vignes   franz. "alte Reben", Zusatzbegriff auf Weinetiketten, da hohes Rebenalter mit großer Qualität eng verknüpft ist.
 
Vigna vechia   ital. "alte Reben", siehe Vieilles Vignes
 
Vin de pays   siehe Vin de pays
 
Vin de table   siehe Vin de table
 
Vino Comarcal (VC)   siehe VC
 
Vino de la tierra (VdIT)   siehe VdIT
 
Vino de mesa (VdM)   siehe VdM
 
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Weissherbst   sortenrein bereitete Roséwein-Spezialität aus den deutschen Anbaugebieten Ahr, Baden, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen und Württemberg. Weißherbst wird als QbA oder QmP produziert; vor allem am Bodensee erfreut sich diese badische Spezialität großer Beliebtheit.
 
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Zuckerung   siehe Anreichern
 
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Quellennachweis:
 
"Oxford Weinlexikon"; Hallwag-Verlag
"Der große Johnson Weinatlas"; Hallwag-Verlag
"Côte d'or, Remington"; Hallwag-Verlag